Autokäufer finden mittlerweile auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine große Auswahl an Fahrzeugen mit umfangreicher Fahrassistenzausstattung vor. „Aber Augen auf beim Kauf des Gebrauchten.“ Darauf weist der Bundesinnungsmeister des Kraftfahrzeughandwerks, Detlef Peter Grün, hin. „Es sind sicher tausende Fahrzeuge im Angebot, bei denen unwissentlich Sensoren verstellt sind oder die korrekte Kalibrierung der Assistenzsysteme anderweitig nicht gewährleistet ist. Die finden sich in Autobörsen, bei privaten Verkäufern und können beim freien Händler genauso stehen wie beim Markenbetrieb“, so Grün.
Nicht korrekt kalibrierte Fahrassistenzsysteme können die Folge von Parkremplern sein oder beispielsweise die eines Tauschs von Windschutzscheibe oder Stoßfängern. „Sogar Reparaturen mit einem unzulässigen Lack oder die falsche Lackdicke im Bereich der Sensorik können signifikante Messfehler auslösen und dann spielt das Assistenzsystem plötzlich verrückt,“ weiß Grün. Der Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks rät deshalb beim Gebrauchtwagenkauf dazu, den Nachweis von
qualifizierten Reparaturen bei einem Austausch der Frontscheibe oder von Stoßfängern einzufordern.
Autobesitzern empfiehlt er im Schadensfall zum eigenen Schutz und im Sinne der Fahrsicherheit den PKW nur in die Hände von Kfz-Betrieben zu geben, die nachweislich über qualifiziertes Personal verfügen, um Fahrassistenzsysteme zu kalibrieren. Zudem müsse der Gesetzgeber endlich reagieren. Er sei zwar kein Freund von übermäßiger Regulierung. Es brauche aber dringend verbindliche Kalibrierungsstandards bei Fahrassistenzsystemen – für Hersteller und Werkstätten. „Einheitliche Vorgaben und Verfahren können die Betriebe entlasten und den Geldbeutel der Verbraucher schonen“, fordert Grün.