Qualifiziert für den internationalen Wettbewerb der Berufe hat sich der frischgebackene Kfz-Meister mit seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften im Handwerk. Dass sich daraus die Chance auf einen internationalen Wettbewerb ergeben könnte, erfuhr Wirsing erst kurz vor der Deutschen Meisterschaft durch einen Anruf seines Trainers. An den WorldSkills reizt ihn sowohl der fachliche Austausch als auch die internationalen Begegnungen:
„Man nimmt nicht nur fachlich viel mit, sondern lernt auch noch Menschen aus aller Welt kennen.“
Dazu hat der Jungmeister in Shanghai reichlich Gelegenheit: Vom 22. bis 27. September 2026 treten dort mehr als 1.400 junge Fachkräfte aus über 70 Ländern und Regionen in 64 Disziplinen gegeneinander an. Als Mitglied des “Team Germany” vertritt Wirsing dabei das deutsche Kfz-Handwerk. Im Berufsalltag arbeitet der Kfz-Meister aus Ottelmannshausen bei der Reifen Zehner GmbH in Bad Königshofen.
Training in China und Ungarn
Auf den Wettbewerb bereitet sich der junge Kfz-Meister seit Monaten intensiv vor. Bei einem einwöchigen Training in China arbeitete er unter anderem an Hochvoltsystemen. Zuletzt trainierte Wirsing in Ungarn gemeinsam mit Teilnehmenden aus Kanada und Österreich. Zu Hause übt er mit Diagnosegeräten und festigt seine Abläufe für die einzelnen Wettbewerbsstationen.
In Shanghai erwarten ihn Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen der Fahrzeugtechnik – von Fahrwerk und Fahrerassistenzsystemen über Hochvolttechnik und Motormanagement bis hin zu Getrieben. Besonders sicher fühlt sich Wirsing im Bereich Elektrik. Eine zusätzliche Herausforderung für den 22-Jährigen ist die Sprache, denn die Aufgaben werden auf Englisch gestellt. Davon lässt er sich jedoch nicht bremsen, denn in Shanghai will Wirsing möglichst weit vorne landen.
„Das ist schon eine Ehre. Dass ich so weit komme, hätte ich nie gedacht“, sagt er über seinen Start für Deutschland und das Kfz-Handwerk.
Vielseitiger Beruf mit Perspektive
Seinen Beruf als Kfz-Mechatroniker schätzt Wirsing vor allem wegen der technischen Zusammenhänge und der Abwechslung. Ebenso wichtig sind dem gelernten Meister die unterschiedlichen Möglichkeiten, die sich nach der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker eröffnen:
„Das ist ein so vielseitiger Beruf. Nach der Ausbildung kann man studieren, den Meister machen oder sich anders weiterentwickeln.“
Für seine Zukunft kann sich Hannes Wirsing vorstellen, sein eigenes Unternehmen aufzubauen oder einen bestehenden Betrieb zu übernehmen. Jugendlichen, die sich für Technik interessieren, empfiehlt der Kfz-Mechatroniker, den Beruf zunächst praktisch kennenzulernen:
„Auf jeden Fall erst einmal ein Praktikum machen. Ich war mir auch nicht sicher. Nach dem Praktikum wusste ich, dass ich Kfz-Mechatroniker werden will.“
Und was möchte der Jungmeister nach seiner Rückkehr selbst sagen können?
„Dass es die besten zwei Wochen meines Lebens waren.“
Der Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks wünscht Hannes Wirsing viel Erfolg bei den WorldSkills in Shanghai.