„Mobilität braucht Meister“: Kfz-Handwerk fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Kosten- und Bürokratiedruck, fehlende Fachkräfte und hohe Investitionen in neue Technologien belasten Kfz-Betriebe zunehmend. Zugleich sichern sie Mobilität, Beschäftigung, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Bei der Obermeistertagung 2026 des Bundesinnungsverbands des Kfz-Handwerks (BIV-Kfz) diskutierten rund 250 Branchenvertreter darüber, welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Betriebe jetzt brauchen.

Unter dem Motto „Mobilität braucht Meister“ kamen am 7. September Obermeister, Vertreter von Verbänden und Institutionen, Partner sowie Fachleute aus der Branche im Congress Center Messe Frankfurt zusammen. Bundesinnungsmeister und BIV-Kfz-Vorstandsvorsitzender Detlef Peter Grün verwies zum Auftakt auf den tiefgreifenden Strukturwandel im Kfz-Handwerk. Besonders Fachkräftemangel, neue Technologien und der Zugang zu Fahrzeugdaten forderten die Betriebe. 

„Wenn am Ende jeder eine Idee oder eine Innovation mitnimmt, die er für seinen Betrieb nutzen kann, dann ist diese Tagung gelungen“, sagte Grün.

Werkstattgeschäft wird anspruchsvoller

Fachkräftesicherung, Investitionen in neue Technologien, Digitalisierung, Betriebsführung und der freie Teilemarkt standen im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit den Vorsitzenden der neuen Ausschüsse und Fachgruppen des BIV-Kfz.

Das Werkstattgeschäft wird technisch und organisatorisch anspruchsvoller. Betriebe müssen investieren, Mitarbeitende qualifizieren und zugleich wachsende Dokumentationspflichten bewältigen. In vielen Bereichen werde inzwischen mehr geschrieben als geschraubt. Auch der Zugang zu Fahrzeugdaten bleibt eine zentrale Voraussetzung für Wartung und Reparatur.

Studie zeigt wirtschaftliche Stärke und Transformationsdruck

Eine vom BIV-Kfz beauftragte Studie von IW Consult unterstreicht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks. Geschäftsführer Hanno Kempermann stellte erste Ergebnisse bei der Obermeistertagung vor. Die Zahlen zeigen eine regional stark verankerte und beschäftigungsintensive Branche. Die vollständige Studie wird in Kürze veröffentlicht.

„Die Studie hilft uns, die Bedeutung des Kfz-Handwerks sichtbar zu machen – gegenüber der Politik ebenso wie bei Fachkräften und Auszubildenden. Sie gibt uns zugleich eine belastbare Grundlage für die Themen, die wir als Verband weiter vorantreiben wollen“, ordnete der BIV-Kfz Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Gros die Bedeutung der Studie ein.

Dittrich fordert spürbare Entlastungen

ZDH-Präsident Jörg Dittrich forderte verlässliche politische Rahmenbedingungen und konkrete Entlastungen für das Handwerk. Nötig seien weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und eine Begrenzung zusätzlicher Belastungen. Für die kommenden Regierungsjahre müsse aus politischen Ankündigungen spürbare Umsetzung werden.

„Die Sorge im Handwerk gilt weniger dem Wettbewerb als der Frage, ob sich die Kunden unsere Leistungen künftig noch leisten können“, sagte Dittrich. Auch bei Unternehmensnachfolgen und Investitionen brauche es bessere Bedingungen. Auf europäischer Ebene müssten Regelungen stärker an den Strukturen kleiner und mittlerer Betriebe ausgerichtet werden.

Auftakt zur Automechanika

Die Botschaft der Obermeistertagung: Kfz-Betriebe brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, Zugang zu den notwendigen Fahrzeugdaten und ausreichend Spielraum, um in Fachkräfte und neue Technologien zu investieren.

Die Obermeistertagung leitete zugleich in die Automechanika über. Am gemeinsamen Stand von BIV-Kfz und ZDK in Halle 9.0 stehen unter dem Motto „Werkstatt heute und morgen“ Lösungen für den Werkstattalltag und den technologischen Wandel im Mittelpunkt.