Vom Schulbus zur mobilen Kfz-Werkstatt

Mit „Bus2Kfz“ bringt der Landesinnungsverband des Kraftfahrzeuggewerbes Niedersachsen-Bremen moderne Berufsorientierung direkt zu jungen Menschen. Ein umgebauter US-Schulbus verbindet digitale Technik, praktisches Ausprobieren und den persönlichen Kontakt zu Auszubildenden.

Die Idee zu „Bus2Kfz“ entwickelte Thorsten Brändle, Technischer Leiter beim Landesinnungsverband des Kraftfahrzeuggewerbes Niedersachsen-Bremen, gemeinsam mit seiner Familie an einem Sonntag am heimischen Küchentisch. Ausgangspunkt war der Wunsch der Kfz-Innungen nach mehr Unterstützung bei der Nachwuchsgewinnung und nach einem eigenen Messestand. Aus der zunächst überschaubaren Idee entstand ein mobiles Konzept: Der Bus sollte dorthin fahren, wo junge Menschen ihre berufliche Zukunft planen – und das Kfz-Handwerk nicht nur präsentieren, sondern praktisch erfahrbar machen. 

„Uns war klar, dass wir neue Wege gehen müssen, um Jugendliche für unsere Berufe zu begeistern und das Kfz-Handwerk modern, praxisnah und erlebbar zu präsentieren“, erklärt Brändle.

Technik zum Anfassen von Azubis für Azubis

Zur Ausstattung gehören eine interaktive Hightech-VR-Station im Außenbereich, eine vollwertige Werkbank mit fachspezifischem Werkzeug und ein mobiles Motorgestell. Hinzu kommen eine elektrische Lichtwand, ein Wissenstest sowie Einblicke in die verschiedenen Ausbildungswege. Eine Fotobox im Cockpit und eine Podcast-Ecke ergänzen das Angebot.

Entscheidend ist jedoch nicht allein, was der Bus zu bieten hat, sondern auch, wer dort Rede und Antwort steht.. Auszubildende, Innungen und Kfz-Betriebe berichten aus dem Arbeitsalltag, erklären typische Aufgaben und geben persönliche Einblicke in die Ausbildung. Auch beim Umbau waren Auszubildende beteiligt. Sie wirkten unter anderem bei der Lackierung und der Aufbereitung des Fahrzeugs mit. Der Gedanke „von Azubis für Azubis“ prägt damit nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Einsätze des Busses. Schülerinnen und Schüler treffen auf junge Menschen, die selbst mitten in der Ausbildung stehen und offen über ihren Berufsweg berichten können.

Nächster Halt: Automechanika Frankfurt

Der Besuch soll nicht mit dem Aussteigen enden. Über die Projektwebsite »www.bus2kfz.de« können Interessierte mit Hilfe des „Betriebefinders“ nach Ausbildungsbetrieben in ihrer Region suchen und die nächsten Haltestellen des Busses einsehen.

„Bus2Kfz“ soll künftig auf Ausbildungsmessen, bei Schulveranstaltungen und weiteren Aktionstagen in Niedersachsen und Bremen eingesetzt werden. Nach Angaben des Landesinnungsverbandes kommen aber auch Einsätze außerhalb des eigenen Verbandsgebiets infrage.

Im September 2026 folgt eine besonders große Bühne: Dann macht der blau-gelbe Schulbus auf der Automechanika in Frankfurt Halt – als mobile Werkstatt und als Einladung, das Kfz-Handwerk selbst kennenzulernen. Der Bus wird auf der Agora zwischen Halle 9 (Hauptstand BIV-Kfz/ZDK) und Halle 2 (Ausbildungsstand) im Freigelände zu finden sein.