Mit rund 49.000 Betrieben, etwa 491.000 Erwerbstätigen, einer Bruttowertschöpfung von 27 Milliarden Euro und einem Produktionswert von 51 Milliarden Euro ist die Branche ein bedeutender Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor. Einschließlich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungseffekte gehen bundesweit rund 705.000 Arbeitsplätze sowie knapp 50 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung auf das Kfz-Handwerk zurück.
„Das Kfz-Handwerk sorgt jeden Tag dafür, dass Deutschland mobil bleibt. Die Studie belegt zugleich eindrucksvoll, dass unsere Betriebe ein starker Wirtschaftsfaktor, verlässlicher Arbeitgeber und unverzichtbarer Stabilitätsanker für den Standort Deutschland sind“, betont Detlef Peter Grün, Bundesinnungsmeister und Vorstandsvorsitzender des BIV-Kfz.
Deutlich hervor heben die Autoren die außergewöhnliche Krisenfestigkeit des Gewerks. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten habe das Kfz-Handwerk die geringsten Beschäftigungsschwankungen aller untersuchten Vergleichsbranchen aufgewiesen. Auch bei den Umsätzen zeige sich eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber konjunkturellen Einbrüchen. Eine wesentliche Grundlage sei die weitgehend konjunkturunabhängige Nachfrage nach Wartung, Reparatur und Sicherheitsprüfungen. Das Kfz-Handwerk wirke damit als Stabilisator regionaler Arbeitsmärkte und sichere Beschäftigung auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen.
Besonders ausgeprägt zeigt sich die Bedeutung der Branche im ländlichen Raum. Das Kfz-Handwerk ist flächendeckend in Deutschland vertreten und stärker als andere Bereiche der Wertschöpfungskette in ländlichen Regionen verankert. Dort sichert es nicht nur die individuelle Mobilität, sondern schafft Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und regionale Wertschöpfung.
Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung der Branche für die Ausbildung junger Menschen. Mit mehr als 55.000 Auszubildenden und einer Ausbildungsquote von rund 16 Prozent bildet das Kfz-Handwerk mehr als dreimal so intensiv aus wie die Gesamtwirtschaft und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
Vor dem Hintergrund von Elektromobilität, Digitalisierung und neuen Fahrzeugtechnologien befindet sich das Kfz-Handwerk in einer tiefgreifenden Transformation. Die Untersuchung zeigt, dass Betriebe, die sich auf diesen Wandel vorbereitet fühlen, wirtschaftlich erfolgreicher sind und optimistischer in die Zukunft blicken. Sie investieren einen größeren Anteil ihres Umsatzes in Qualifizierung, neue Technologien und moderne Geschäftsmodelle und verfügen über ein breiteres Leistungsangebot. Die Transformation bietet damit Chancen für Wachstum und neue Wertschöpfung.
„Die Mobilität der Zukunft entsteht nicht nur in Entwicklungszentren, sondern auch in den Werkstätten und Autohäusern des Kfz-Handwerks. Die Betriebe des Kraftfahrzeughandwerks investieren in Elektromobilität, Digitalisierung und neue Kompetenzen. Damit beweist das Kfz-Handwerk, dass es nicht nur resilient ist, sondern den Wandel aktiv gestaltet und wirtschaftliche Zukunft schafft“, erklärt Detlef Peter Grün.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Kfz-Handwerk weit mehr ist als ein Dienstleister rund ums Automobil. Als flächendeckend präsenter Arbeitgeber, Ausbilder, Steuerzahler und Innovationspartner verbindet die Branche wirtschaftliche Stärke mit regionaler Verankerung und technologischer Erneuerung. Damit bleibt das Kfz-Handwerk auch in einer elektrifizierten und digitalisierten Mobilitätswelt ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Wirtschaftsstruktur und ein verlässlicher Stabilitätsfaktor für den Standort Deutschland.
Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit:
»Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Kfz-Handwerks«