Doch worauf kommt es vor und während des Winters besonders an? Der Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz) hat die wichtigsten Tipps in einem Winter-ABC zusammengestellt – von A bis Z, kompakt und praxisnah.
A – Abstand: Schnee, Eis und Nässe können den Bremsweg erheblich verlängern. Auf Schnee kann er etwa zwei- bis dreimal, auf Eis sogar bis zu zehnmal so lang sein wie auf trockener Straße. Deshalb gilt: mehr Abstand halten, vorausschauend fahren und bei Glätte frühzeitig vom Gas gehen und dosiert bremsen.
B – Batterie: Bei niedrigen Temperaturen nimmt die Leistungsfähigkeit der Autobatterie ab, gleichzeitig benötigt der Motor beim Start mehr Kraft. Vor allem ältere Batterien können deshalb beim ersten Frost schlappmachen. Ein Batteriecheck vor dem Winter hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
C – Check: Ein Wintercheck im Kfz-Meisterbetrieb gibt Aufschluss darüber, ob das Fahrzeug für die kalte Jahreszeit gerüstet ist. Dabei können unter anderem Batterie, Beleuchtung, Flüssigkeiten und Reifen überprüft und mögliche Schwachstellen rechtzeitig erkannt werden.
D – Diesel: Dieselkraftstoff wird an die Jahreszeit angepasst. Während Sommerdiesel bei niedrigen Temperaturen ausflocken und dadurch den Kraftstofffilter zusetzen kann, bleibt Winterdiesel bis etwa minus 20 Grad Celsius fließfähig. In Deutschland wird er von Mitte November bis Ende Februar an den Tankstellen angeboten. In den Übergangszeiten gibt es eine entsprechend angepasste Mischqualität.
E – Enteiser: Scheibenenteiser kann dabei helfen, vereiste Scheiben schneller freizubekommen. Eiskratzer und Schneebesen gehören ebenfalls zur Winterausrüstung, damit Scheiben und Fahrzeug vor Fahrtbeginn von Eis und Schnee befreit werden können.
F – Frostschutz: Vor dem ersten Frost sollte das Kühlmittel überprüft werden. Ein Mischungsverhältnis von etwa 50:50 aus Wasser und Kühlerfrostschutz schützt in der Regel bis etwa minus 35 Grad Celsius. Wichtig sind außerdem der richtige Füllstand und das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Kühlmittel, denn unterschiedliche Produkte sollten nicht ohne Weiteres miteinander gemischt werden.
G – Geschwindigkeit: Bei Schnee, Eis und schlechter Sicht muss die Geschwindigkeit den Straßen- und Witterungsverhältnissen angepasst werden. Besondere Vorsicht ist auf Brücken, in Waldstücken und an schattigen Stellen geboten, da sich dort besonders schnell Glätte bilden kann. Sanftes Beschleunigen, Bremsen und Lenken hilft dabei, den Kontakt zur Fahrbahn zu behalten.
H – Heckscheibenheizung: Die Heckscheibenheizung sorgt bei Frost und Feuchtigkeit für freie Sicht nach hinten und sollte deshalb vor dem Winter auf ihre Funktion geprüft werden. Taut die Scheibe nur teilweise oder gar nicht ab, können beispielsweise defekte Leiterbahnen, eine Sicherung oder ein Relais die Ursache sein. Eine Kfz-Meisterwerkstatt kann die Ursache fachgerecht feststellen und beheben.
I – Inspektion: Steht eine Inspektion ohnehin in Kürze an, bietet es sich an, diese noch vor dem ersten Frost durchführen zu lassen. Dabei werden wichtige Verschleißteile und sicherheitsrelevante Systeme wie Bremsen, Batterie, Beleuchtung, Flüssigkeiten und Reifen überprüft und die vom Hersteller vorgesehenen Wartungsarbeiten durchgeführt.
J – Jacke: Eine warme Jacke und am besten auch eine Decke gehören im Winter ins Auto. Bei einer Panne kann es notwendig sein, das Fahrzeug zu verlassen und längere Zeit im Freien auf Hilfe zu warten. Während der Fahrt sollte eine dicke Winterjacke dagegen möglichst ausgezogen und zumindest geöffnet werden, damit der Sicherheitsgurt eng am Körper anliegen kann. Wichtig: Bei einer Panne die Warnweste über der Kleidung tragen, um für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar zu sein.
K – Klimaanlage: Die Klimaanlage ist auch im Winter nützlich: Sie entfeuchtet die Innenraumluft und hilft dabei, beschlagene Scheiben schneller freizubekommen. Vor der kalten Jahreszeit sollte ihre Funktion überprüft werden. Auch ein verschmutzter Innenraumfilter kann zu beschlagenen Scheiben und unangenehmen Gerüchen beitragen.
L – Lichttest: Gerade im Winter ist eine einwandfrei funktionierende Fahrzeugbeleuchtung besonders wichtig. Scheinwerfer, Rückleuchten, Bremslichter und Blinker sorgen dafür, dass die Fahrbahn gut ausgeleuchtet und das eigene Fahrzeug von anderen rechtzeitig wahrgenommen wird. Beim jährlich im Oktober bundesweit stattfindenden Licht-Sicht-Test vom Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks, dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und der Deutschen Verkehrswacht kann die Fahrzeugbeleuchtung in teilnehmenden Kfz-Meisterbetrieben überprüft werden.
M – Marderschutz: Auch im Winter können Marder im noch warmen Motorraum Kabel, Schläuche und andere Bauteile beschädigen. Wer entsprechende Spuren entdeckt, sollte den Motorraum kontrollieren lassen. Schutzummantelungen sowie fachgerecht eingebaute Ultraschall- oder Elektroschock-Systeme können gefährdete Bereiche schützen. Nach einem Befall kann außerdem eine Reinigung des Motorraums sinnvoll sein, um Duftspuren anderer Tiere zu entfernen.
N – Notfallset: Kälte, Dunkelheit und schlechte Sicht können eine Panne im Winter besonders unangenehm machen. Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten sollten deshalb vollständig und gut erreichbar im Fahrzeug liegen. Eine warme Decke und eine Taschenlampe können das Notfallset sinnvoll ergänzen. Wichtig: Das Notfallset regelmäßig kontrollieren, damit im Ernstfall alles vollständig, funktionsfähig und sofort griffbereit ist.
O – Ohne Eis losfahren: Vor Fahrtbeginn müssen Scheiben und Außenspiegel von Eis und Schnee befreit werden, damit eine sichere Rundumsicht gewährleistet ist. Auch Scheinwerfer, Blinker und Kennzeichen müssen frei sein. Schnee und Eis auf Dach und Motorhaube sollten ebenfalls entfernt werden, damit sie sich während der Fahrt nicht lösen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Wichtig: Den Motor während des Freikratzens nicht unnötig im Stand warmlaufen lassen.
P – Profiltiefe: Ausreichendes Reifenprofil ist gerade auf nassen und verschneiten Straßen wichtig. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. Für Winter- und Ganzjahresreifen empfiehlt der ADAC aus Sicherheitsgründen mindestens vier Millimeter. Die Profiltiefe sollte deshalb vor und während der Wintersaison regelmäßig kontrolliert werden.
Q – Qualität: Bei Reifen, Wischerblättern sowie Scheiben- und Kühlerfrostschutz kommt es auf Qualität und den richtigen Einsatzbereich an. Die Produkte sollten für die jeweiligen winterlichen Bedingungen geeignet sein und den Herstellerangaben entsprechen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Teilen und Betriebsstoffen lohnt es sich, auf geprüfte Qualität zu achten.
R – Reifen: In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte müssen geeignete Reifen montiert sein. Zulässige Winter- und Ganzjahresreifen sind am Alpine-Symbol – einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke – erkennbar. Die Faustregel „von O bis O“ kann bei der Planung des Reifenwechsels helfen, ist jedoch keine gesetzliche Vorgabe.
S – Schneeketten: Bei starkem Schneefall oder auf verschneiten Bergstraßen können Schneeketten für zusätzlichen Halt sorgen. Schreibt ein Verkehrszeichen Schneeketten vor, müssen passende Ketten entsprechend den Herstellerangaben montiert werden. Mit angelegten Schneeketten gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h – und wer sie mitführt, sollte die Montage am besten vorher einmal üben.
T – Türdichtung: Damit Türen und Heckklappe bei Minusgraden nicht festfrieren, sollten die Gummidichtungen gereinigt und mit einem geeigneten Pflegemittel behandelt werden. Das hält sie geschmeidig und schützt vor dem Austrocknen. Ist eine Tür bereits festgefroren, sollte sie nicht mit Gewalt geöffnet werden.
U – Umluft: Bleibt die Umluftfunktion im Winter längere Zeit eingeschaltet, kann sich Feuchtigkeit im Innenraum sammeln und die Scheiben können schneller beschlagen. Regelmäßige Frischluftzufuhr sowie Heizung und Gebläse mit Luftstrom auf Front- und Seitenscheiben sorgen für bessere Sicht. Auch die Klimaanlage kann – sofern es die Außentemperatur zulässt – beim Entfeuchten helfen.
V – Verbandskasten: Ein vollständiger und einsatzbereiter Verbandkasten gehört in jedes Auto und sollte im Notfall schnell erreichbar sein. Regelmäßig sollte kontrolliert werden, ob der Inhalt vollständig und das Material noch verwendbar ist. Bei Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum lohnt sich ein rechtzeitiger Blick auf das Datum.
W – Wischerblätter: Regen, Schnee, Streusalz und Schmutz beanspruchen die Scheibenwischer im Winter besonders stark. Hinterlassen die Wischer Schlieren oder reinigen die Scheibe nicht mehr gleichmäßig, sollten sie ausgetauscht werden. Festgefrorene Wischer sollten zunächst vorsichtig gelöst und von Eis befreit werden, bevor sie zum Einsatz kommen.
X und Y: Zwei Buchstaben dürfen beim Winter-ABC ausnahmsweise eine Pause machen. Dafür lohnt sich zum Abschluss noch einmal der Blick unter die Motorhaube.
Z – Zündanlage: Bei Benzinmotoren spielen unter anderem Zündkerzen, Zündspulen und elektrische Verbindungen eine wichtige Rolle für einen zuverlässigen Motorstart. Bei Dieselfahrzeugen unterstützen die Glühkerzen den Kaltstart. Treten bei niedrigen Temperaturen wiederholt Startprobleme auf, sollten deshalb neben Batterie und Anlasser auch Zünd- beziehungsweise Vorglühanlage fachgerecht überprüft werden.
Extra-Tipp: Saisonfahrzeuge richtig überwintern
Oldtimer, Cabrios, Motorräder oder Wohnmobile, die im Winter nur selten oder gar nicht genutzt werden, brauche eine besondere Vorbereitung. Vor einer längeren Standzeit sollten Batterie, Frostschutz, Tankfüllstand und Fahrzeugzustand kontrolliert sowie möglichst ein trockener Stellplatz gewählt werden. Bei Wohnmobilen ist zusätzlich darauf zu achten, wasserführende Systeme zu entleeren oder ausreichend vor Frost zu schützen. Eine gute Vorbereitung schützt vor Frostschäden, Korrosion und Startproblemen und erleichtert die spätere Wiederinbetriebnahme.
Gut vorbereitet durch die kalte Jahreszeit
Vom Zustand der Batterie über die richtige Bereifung bis hin zur funktionierenden Beleuchtung: Viele kleine Checks tragen dazu bei, dass das Auto auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig und sicher unterwegs ist. Nicht alles lässt sich dabei selbst beurteilen. Ein Wintercheck im Kfz-Meisterbetrieb hilft, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und das Fahrzeug gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit zu schicken.