Automotive Aftermarket gehört ins Zentrum europäischer Industriepolitik

Mit der Kampagne „We Drive EU“ macht die Automotive Coalition for Europe deutlich: Der Automotive Aftermarket ist kein Randbereich der Mobilitätswirtschaft. Für freie Kfz-Betriebe geht es um die Frage, ob sie moderne Fahrzeuge auch künftig unabhängig diagnostizieren, warten und reparieren können.

Denn Fahrzeugdaten sind längst eine Wettbewerbsfrage. Wer moderne Autos reparieren will, braucht nicht nur Ersatzteile und Werkzeug, sondern auch Reparaturinformationen, Diagnose- und Codierungszugänge sowie Informationen zu Batteriesystemen. Fehlt diese technische Basis, lassen sich Fehler nicht vollständig auslesen, Steuergeräte nicht codieren und bestimmte Arbeiten nicht fachgerecht durchführen. Reparaturaufträge können sich dann stärker in Richtung Hersteller und autorisierte Betriebe verlagern.

Der Aftermarket steht im Zentrum europäischer Industrie. Es ist ein Sektor, der mehr als 285 Millionen Fahrzeuge in Europa in Betrieb hält, ein Marktvolumen von 236 Milliarden Euro umfasst und rund 3,2 Millionen Arbeitsplätze sowie 900.000 Unternehmen trägt.

Für Kfz-Betriebe ist das „Right to Repair“ keine politische Formel, sondern Voraussetzung für ihr Geschäftsmodell. Ohne faire Daten- und Softwareschnittstellen verlieren unabhängige Betriebe rentable Teile des Reparaturmarktes. Autofahrerinnen und Autofahrer zahlen dafür mit weniger Auswahl, weniger Wettbewerb und höheren Kosten. 

Auch Nachhaltigkeit hängt daran: Reparieren, Wiederverwenden und Aufarbeiten verlängern die Nutzungsdauer von Fahrzeugen und schonen Ressourcen. Dafür brauchen Werkstätten dauerhaften Zugriff auf Fahrzeugdaten, Ersatzteile und Reparaturinformationen.

Die Forderung an die EU ist klar: Freie Kfz-Betriebe müssen moderne Fahrzeuge unabhängig reparieren können – mit verlässlichem Zugriff auf Daten, Software und Reparaturinformationen, ohne technische Sperren und zu fairen Bedingungen.


Die vollständige Pressemitteilung der Automotive Coalition for Europe zur neuen Kampagne „We Drive EU" gibt's »hier«.

Ergänzend dazu erläutert ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm im Interview die Hintergründe der Kampagne und erklärt, warum der faire Zugang zu Fahrzeugdaten, Software und Reparaturinformationen für den freien Reparaturmarkt entscheidend ist: »Hier geht's zum vollständigen Interview«.